Wallfahrtsorte in der Fränkischen Schweiz

Von Günter Dippold – 09/2019

„Wallfahrer ziehen durch das Tal / Mit fliegenden Standarten, / Hell grüßt ihr doppelter Choral / Den weiten Gottesgarten. / Wie gerne wär’ ich mitgewallt, / Ihr Pfarr’ wollt’ mich nicht haben! / So muss ich seitwärts durch den Wald / Als räudig Schäflein traben.“

Dieses Bild einer Wallfahrt hat Joseph Victor Scheffel (1826–1886) in seinem Gedicht „Wanderfahrt“ gezeichnet, das 1859 während seines zweimonatigen Aufenthalts in Banz entstanden ist und, vertont durch den Würzburger Stadtkämmerer Valentin Eduard Becker (1814–1890), zum Frankenlied avancierte. Es ist das vertraute Bild einer Wallfahrt: ein prozessionsartiger Zug mit Fahnen und sonstigen Abzeichen, beim Gehen singend, begleitet von einem Geistlichen, sich abschließend gegen nicht zur Gemeinde gehörige Personen (Abb. 1).

Abb. 1: Eine Gruppe von Wallfahrern hat sich formiert und beginnt den Einzug in die Kathedrale von Vierzehnheiligen (30. Mai 2019).
Abb. 1: Eine Gruppe von Wallfahrern hat sich formiert und beginnt den Einzug in die Kathedrale von Vierzehnheiligen (30. Mai 2019). (Foto: Herbert Popp)

Religiöse Mobilität im Spätmittelalter

Das skizzierte Bild einer Wallfahrt hat seine Prägung namentlich durch die katholische Erneuerung im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert erhalten. Lange vorher schon suchten Christen Orte besonderer Gnade auf. Zumal im ausgehenden Mittelalter machten sich viele Menschen auf, durch den Besuch besonderer Stätten Nachlass von der angehäuften Sündenstrafe zu erlangen, die zu erwartende Zeit im Fegfeuer also zu verkürzen.

Erhalten ist etwa der Bericht eines spätmittelalterlichen Pilgers, eines Bürgers von Halle an der Saale, der 1474 mit solcher Absicht, ablaß vnde gnade zu erwerben, zahlreiche Orte in der Schweiz und Süddeutschland aufsuchte, von seiner Reisestation Coburg aus auch Vierzehnheiligen. Von diesem Bericht ausgehend, hat der Würzburger Volkskundler Wolfgang Brückner 1970 für das Spätmittelalter festgestellt: „überall gibt es Ablaß, Heiltum, besondere Andenken und Heilmittel. Damit sind aber all diese Plätze und Kirchen noch keine Wallfahrtsorte von der Art, wie sich Sache und Begriff im Laufe der nachmittelalterlichen Jahrhunderte deutlicher herauskristallisiert und entwickelt haben.“

Denn es gab viele Gründe, weshalb Gläubige in eine entferntere Kirche strömen konnten: ein Gnadenbild, Reliquienschätze, alte rechtliche Bindungen (sogenannte Bannprozessionen), aber nicht zuletzt die Möglichkeit, durch den Besuch dieses Gotteshauses Ablass zu erlangen. Gerade bei Kirchenneubauten bemühte sich die Gemeinde oder der Patronatsherr oft um einen Ablassbrief, denn der Zulauf von Gläubigen spülte Geld in die Baukasse.

Eine solche Urkunde erlangte 1511 Georg von Königsfeld, Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, der Bruder des Gößweinsteiner Amtmanns, für die Pfarrkirche in Gößweinstein: 20 Kardinäle erließen den andächtigen Besuchern dieses Gotteshauses je 100 Tage ihrer Sündenstrafe. Damit sollte wohl die bauliche Erneuerung der Kirche finanziert werden. Darauf zogen gewiss Fremde nach Gößweinstein. Doch von einer Wallfahrt im eigentlichen Sinn kann noch nicht die Rede sein.

Wesensmerkmal eines Wallfahrtsortes ist das Vorhandensein eines Kultobjektes. Das konnte ein Heiligengrab sein, ein Reliquienschatz, konsekrierte Hostien, die auf ungewöhnliche Weise aufgefunden wurden oder die besondere Phänomene aufwiesen, oder auch ein Gnadenbild, ob Statue oder Gemälde.

Die Anfänge der Nothelfer-Wallfahrt in Vierzehnheiligen

Abb. 2: Die drei Erscheinungen des Schäfers, Hermann Leicht in Frankenthal, der Ursprung des Wallfahrtsortes Vierzehnheiligen. Holzschnitt aus dem Wallfahrtsbuch von 1596
Abb. 2: Die drei Erscheinungen des Schäfers, Hermann Leicht in Frankenthal, der Ursprung des Wallfahrtsortes Vierzehnheiligen. Holzschnitt aus dem Wallfahrtsbuch von 1596 (Quelle: Staatsbibliothek Bamberg RB.L.r.r.q.1}2, Foto: Alfons Steber)

Der erste überregional ausstrahlende Gnadenort, der sich im Untersuchungsraum etablierte, war die Kirche der vierzehn Nothelfer beim Hof Frankenthal, am Nordrand der Fränkischen Alb, oberhalb des Maintals. Ausgerechnet dieser Wallfahrtsort geht jedoch, als erster in der Christenheit, nicht auf ein gegenständliches Kultobjekt zurück.

Sein Ursprung liegt vielmehr in Erscheinungen des jugendlichen Schäfers Hermann Leicht – einer durch Quellen nachweisbaren Person – zurück. Er sah auf einem Acker nahe seinem Wohnort Frankenthal am 17. September 1445 zweimal ein Kind, am 28. Juni 1446 das Kind zusammen mit den vierzehn Nothelfern und am 2. Juli 1446 zwei Kerzen. Die dritte Erscheinung – ein Kind, leuchtend (alß klar alß die Sunn), umringt von einer Gruppe weiterer Kinder, halb rot und halb weiß gewandet – führte dabei zum Kirchenbau. Leicht sprach die Erscheinung an und habe, so die Gründungslegende, zur Antwort erhalten: Wir sein die viertzehn Nothelffer und wöllen ein Cappeln haben, auch gnediglich hie rasten, unnd biß du unser Diener, so wöllen wir dein Diener wieder sein.

Nach anfänglichem Zweifel ließ der Abt des nahen Zisterzienserklosters Langheim am Erscheinungsort eine Kirche errichten (Abb. 2). Gläubige strömten rasch herbei, in großer Menge und von weither. Ihre Betreuung hielt das Kloster Langheim als Grundherr über die Stätte der Erscheinungen in der Hand, bis die Abtei 1803 aufgehoben wurde. Doch die Bamberger Bistumsspitze wirkte an der Förderung des neuen Gnadenorts mit. Der Bischof verlieh schon 1448 einen Ablass für fromme Besucher der Erscheinungsstätte, über der gerade eine erste Kirche gebaut wurde, und erwirkte alsbald weitere Ablässe von der Kurie.

Wallfahrer bis aus Mainfranken, dem Altmühltal, dem Egerland und dem Erzgebirge lassen sich im ausgehenden 15. Jahrhundert in Vierzehnheiligen nachweisen. Dies ist aus den überlieferten Mirakelberichten zu erschließen, die von wundersamen Heilungen oder sonstigen Hilfen auf Fürbitte der Vierzehn Nothelfer berichten. Solche Berichte wurden hier – wie an anderen Wallfahrtsstätten – veröffentlicht, um weitere Menschen anzuziehen. Ein erstes gedrucktes Wallfahrtsbuch kam 1519 heraus. Neu bearbeitet und wieder aufgelegt wurde es 1596, im Zeitalter der Gegenreformation.

Von der Bedeutung des jungen Gnadenorts zeugt auch der Umstand, dass Sprosswallfahrten entstanden. Herzog Wilhelm von Sachsen (1425–1482) ließ von 1453 bis 1464 eine Vierzehnheiligen-Kirche in Thüringen, zwischen Jena und Apolda, errichten. In Osternohe bei Nürnberg bauten die Gemeinde und der örtliche Schlossherr 1471 eine Nothelferkirche, nachdem vierzehn brennende Kerzen gesehen worden waren und eine Stimme den Kirchenbau gefordert hatte. An ein Bildhäuschen auf einer Anhöhe bei Schwäbisch Hall heftete 1472 ein Bote ein bleiernes Wallfahrerzeichen, wie es in Frankenthal ausgegeben wurde, und er behauptete, durch Erscheinungen erfahren zu haben, daß an diesem Ort die 14 Nothelfer wollten geehret werden. Tatsächlich entstand ein großer Zulauf, so dass eine Holzkapelle gebaut werden musste.

Ein Hinweis auf den Strom von Wallfahrern im ausgehenden Mittelalter nach Frankenthal/Vierzehnheiligen dürfte eine Stiftung des Staffelsteiner Pfarrers im Jahr 1460 sein. Er rief ein Seelhaus in der Vorstadt von Staffelstein ins Leben, bestimmt zu Hilf, Trost und Enthalt armer elender Bilgram und durftiger Menschen.

Nicht nur Arme suchten die Nothelfer-Kirche auf. Es kamen ebenso Wohlhabende. Selbst Kaiser Friedrich III. (1415–1493) und seine Schwester Margaretha (1418–1486), die Frau des sächsischen Kurfürsten, machten sich dorthin auf den Weg.

Reformation und Gegenreformation

Die reformatorische Bewegung erfasste auch die Menschen der nördlichen Frankenalb. Spürbar wurde sie am Erlahmen der Spendenbereitschaft für fromme Zwecke wie an der Weigerung, Abgaben an geistliche Institutionen zu leisten. Der Zustrom zu Gnadenorten verebbte.

Während des Bauernkrieges im Jahr 1525 zeigte sich die heftige Ablehnung der vorreformatorischen Frömmigkeitsformen. Das Inventar der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen eigneten sich die benachbarten Städte an und eine wilde Plünderung schloss sich an. Anschließend wurde das Gotteshaus als Symbol einer vermeintlich verfehlten Lehre in Brand gesteckt. Nicht anders erging es der Kapelle St. Adelgundis auf dem Staffelberg. Solche abseits eines Ortes stehende Kirchen schienen entbehrlich.

Die Nothelfer-Kirche wurde dank des wohlhabenden Klosters Langheim bald wiederrichtet. Ab 1535 fanden im Neubau Gottesdienste an einem tragbaren Altar statt und 1543 erfolgte die feierliche Weihe. Die Kirche auf dem Staffelberg blieb dagegen für mehr als ein Jahrhundert Brandruine.

Die Wiederherstellung des Gebäudes führte freilich nicht zu einer Belebung der Wallfahrt im vorreformatorischen Umfang. Denn benachbarte Regionen wie das Coburger Land oder das Markgrafentum Kulmbach waren durchweg evangelisch, und selbst in den Fürstbistümern Bamberg und Würzburg überwogen vielerorts diejenigen, die sich zur lutherischen Lehre bekannten. Erst im ausgehenden 16. Jahrhundert führte, dem Würzburger Vorbild folgend, der Bamberger Bischof Neithard von Thüngen (reg. 1591–1598) die Gegenreformation durch, wobei er als Fürst, nicht als Oberhirte handelte: Er befahl seinen Untertanen, den katholischen Glauben anzunehmen, wer dies verweigerte, hatte das Land zu verlassen. So wurde aus dem Hochstift Bamberg binnen weniger Jahrzehnte ein fast rein katholisches Fürstentum.

Im Zuge einer kirchlichen Erneuerung förderten die geistlichen Spitzen spezifisch katholische Glaubensformen. Ein wesentliches Element bildete die Gemeindewallfahrt. Ganze Dörfer oder Pfarrgemeinden zogen zu festen Terminen im Jahr als geschlossene Prozession auf bestimmten, immer gleichen Wegen zu einer Wallfahrtsstätte. Daneben kam es, wie vor der Reformation vor, dass einzelne Gläubige oder kleinere Gruppen sich zu einem solchen Ort aufmachten. Doch prägend wurde nun, im frühen 17. Jahrhundert, die pilgernde Gemeinde, wie sie Scheffel in seinem eingangs zitierten Gedicht skizziert.

Die Entstehung des Dreifaltigkeits-Gnadenorts Gößweinstein

Der erste zuverlässige Beleg, dass auswärtige Gläubige nach Gößweinstein pilgerten, stammt aus dem Jahr 1599. Damals erwähnten die Gotteshauspfleger, der Bischof habe den Neubau des Pfarrhauses angeordnet wegen der fast täglich und jährlich disorts habenden Walfartten. 1601 verzeichnet die Gotteshausrechnung eine Ausgabe für fremde Priester, die am Dreifaltigkeitsfest Messen zelebrierten. Freilich beschränkte sich das Einzugsgebiet der Wallfahrt einstweilen auf die Umgebung. 1606 kamen Prozessionen aus Waischenfeld, Nankendorf, Volsbach, Oberailsfeld und Obertrubach.

Seit der Zeit um 1600 gilt auch die Figur der Marienkrönung als Gnadenbild. Vermutlich war die Entwicklung in Gößweinstein so, wie es Hans Dünninger mit Blick auf Marienwallfahrten formuliert hat: Im Zeitalter der Katholischen Reform, im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert, bemühten sich geistliche Institutionen vielerorts, „durch die Reformation in Abgang gekommene Wallfahrten wiederzubeleben, auch wenn es sich in Wirklichkeit um Ablaß- oder Bruderschaftskonkurse oder Bannprozessionen gehandelt hatte, subsumierte man sie unter dem Begriff ,Wallfahrt‘. Befand sich dort ein gotisches Marienbild, so sah man es als selbstverständlich an, daß dieses das ,uralte Gnadenbild der früheren Wallfahrt‘ gewesen sein müsse, auch wenn diese in Wirklichkeit keine Bildwallfahrt war.“ (Dünninger 1987, S. 276)

In der Tat mag der Ablassbrief von 1511 einen Zustrom von Menschen aus anderen Pfarreien zur Gößweinsteiner Kirche ausgelöst haben, an den man sich am Ende des Jahrhunderts noch erinnerte. Um 1600 deutete der Pfarrer von Gößweinstein, Johann Daucher († 1629), diese Überlieferungen als Hinweis auf eine einstige Wallfahrt. Eine Wallfahrt musste ein Kultobjekt besessen haben – und was konnte dieses Objekt der Verehrung, eben das Gnadenbild, gewesen sein, wenn nicht die spätmittelalterliche Figur der Marienkrönung am Hochaltar? Erst jetzt wurde sie offenbar zum Ziel von Wallfahrern. Man sah in ihr allerdings nicht ein Gnadenbild Mariens, sondern der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Abb. 3: *„Biltnis der Allerheiligsten Treyfaltigkeit in Gössweinstein Bamberger BIstumbs mit wunderzeichen und walfahrten berühmbt.“* Ort und Kirchenbezirk von Gößweinstein. Ausschnitt aus einem Andachtsbild um 1680 (Kupferstich von Friedrich Weygant)
Abb. 3: „Biltnis der Allerheiligsten Treyfaltigkeit in Gössweinstein Bamberger BIstumbs mit wunderzeichen und walfahrten berühmbt.“ Ort und Kirchenbezirk von Gößweinstein. Ausschnitt aus einem Andachtsbild um 1680 (Kupferstich von Friedrich Weygant) (Quelle: Pfarrarchiv Gößweinstein, Foto: Staatsbibliothek Bamberg, Alfons Steber)

Vom einflussreichen Bamberger Generalvikar und Weihbischof Friedrich Förner († 1630) wurde besonders die Marienwallfahrt Marienweiher im Frankenwald gefördert. Zu ihrem Einzugsbereich zählten, wie Mirakelberichte aus dem zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts nahelegen, auch die bambergischen Städte in der Fränkischen Alb: Weismain, Waischenfeld, Hollfeld, Pottenstein, Ebermannstadt.

Gößweinstein, das nicht derart planvoll unterstützt wurde, besaß zunächst eher Bedeutung für sein näheres Umland. Erst zur Mitte des 17. Jahrhunderts hin weitete sich seine geistliche Ausstrahlung, zugleich mehrten sich die Gemeinden, die regelmäßig zum Gnadenbild der Heiligsten Dreifaltigkeit wallfahrten (Abb. 3). Darunter waren seit den 1630er Jahren Orte in der Oberpfalz und im Raum Forchheim, seit den 1650er Jahren Staffelstein und Uetzing. Bis um die Mitte des 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Gemeindewallfahrten nach Gößweinstein zu.

Dass weiter entfernt gelegene Gemeinden auf ihrem Weg evangelische Orte oder ganze protestantische Landstriche durchquerten, war durchaus gewollt. Denn gerade die prozessionsweise durchgeführte Wallfahrt bildete eine provozierende demonstratio fidei. Laut singend und mit wehenden Fahnen und hochgereckten Prozessionsstangen zogen die Katholiken, den aus ihrer Sicht wahren Glauben gleichsam vorführend, durch evangelische Dörfer, wobei man Konflikte in Kauf nahm.

Kleinere Wallfahrtsstätten

Neben den großen, von vielen Gemeinden aufgesuchten Wallfahrtsorten Vierzehnheiligen und Gößweinstein gab es in der Fränkischen Alb mehrere Gnadenstätten von kleinräumiger Bedeutung. Drei von ihnen seien kurz dargestellt.

Von der im 13. Jahrhundert erwähnten Burg auf dem Gügel stand im ausgehenden Mittelalter nur noch die einstige Burgkapelle, die dem hl. Pankratius geweiht war. Sie wurde im 15. Jahrhundert und dann ein weiteres Mal ab 1612 baulich erneuert.

Abb. 4: Die Wallfahrtskapelle Gügel liegt isoliert in einem bewaldeten Areal und ist von weitem sichtbar.
Abb. 4: Die Wallfahrtskapelle Gügel liegt isoliert in einem bewaldeten Areal und ist von weitem sichtbar. (Foto: Herbert Popp)

Diese Kirche war im Zusammenhang mit der Schutzengel-Verehrung ein Ziel von Wallfahrten. So notierte 1734 ein Mönch des Klosters Banz: An Schutzengelfest wallfahrten die Staffelsteiner auff den Gögel bey den Giegschloss und schlagen zu Fruh umb 3 Uhr mit allen Glockhen zuesammen. Um diesen Kult zu fördern, entstand wohl um 1740 eine Schutzengelbruderschaft. Doch fehlte hier ein eindeutiges Kultobjekt, so dass nur bedingt von einem Wallfahrtsort gesprochen werden kann (Abb. 4).

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg bauten die Dörfer rings um den Staffelstein unter hohem Einsatz die von ihren Vorfahren 1525 zerstörte Kapelle St. Adelgundis auf dem Staffelberg wieder auf, sie wurde 1654 geweiht (Abb. 5). Der Staffelsteiner Pfarrer Jakob Winckelmann († 1671) hatte den Bau organisiert und in der Folge sorgte er sich um die Komplettierung der Ausstattung. 1658 wurden, finanziert durch 74 Spender, sechs Tafeln mit der Adelgundis-Legende geschaffen, 1660 dann eine silberne Adelgundis-Statue und zwei Brustbilder der Heiligen erworben.

Winckelmann förderte den Kult der Kirchenpatronin, ihm lag offenbar daran, den Staffelberg zum Wallfahrtsziel zu machen. 1655 protokollierte er Zeugenaussagen über Jahrzehnte zurückliegende Erscheinungen, die den Wiederaufbau mitverursacht hatten. Einigen Männern war eine Nonne erschienen, die aus der Kirchenruine heraustrat. Überdies dokumentierte Winckelmann Mirakel, die auf die Fürbitte der hl. Adelgundis geschehen waren und verbreitete diese Aussagen – sehr zum Ärger des Langheimer Abtes Mauritius Knauer, der Schaden für seinen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen befürchtete.

Abb. 5: Die Wallfahrtstätte der St. Adelgundis-Kapelle erstreckt sich auf dem Gipfelplateau des Staffelberges.
Abb. 5: Die Wallfahrtstätte der St. Adelgundis-Kapelle erstreckt sich auf dem Gipfelplateau des Staffelberges. (Foto: Herbert Popp)

1656 bewegte Winckelmann den stellvertretenden Generalvikar Balthasar Herdegen, einen gebürtigen Staffelsteiner, dazu, liturgische Texte für den Adelgundis-Kult zu verfassen. Im gleichen Jahr erwirkte Winckelmann durch die Vermittlung der Bamberger Jesuiten in Rom einen auf sieben Jahre befristeten Ablass für diejenigen Gläubigen, die als Wallfahrer auf den Staffelberg kämen, am Kirchweihfest nach Beichte und Empfang der Kommunion die Adelgundis-Kapelle besuchten und dort um die Einigkeit der Herrschenden, für die Ausrottung der Ketzerei und zu Ehren Mariens beteten. Nachdem Winckelmann den Ablass von verschiedenen Kanzeln verkündet hatte, erschienen an der Kirchweih 1657 über 3.000 Personen auf dem Berg. Wohl in Winckelmanns Auftrag reiste 1658 ein Würzburger Karmelit, ein gebürtiger Flame, in die Maasregion, um dort Reliquien der hl. Adelgundis für den Staffelberg zu beschaffen. Der Pfarrer sammelte Werke über die hl. Adelgundis in lateinischer, französischer und niederländischer Sprache und veröffentlichte auf deren Grundlage 1670 ein eigenes Büchlein.

Der spektakulärste Versuch Winckelmanns, die Attraktivität der Adelgundis-Kapelle zu steigern, bestand aber darin, dass er an die Empore die Bilder von 16 Heiligen malen ließ, um eine Sechzehn-Nothelfer-Verehrung zu etablieren. Darüber empörte sich der Langheimer Abt gegenüber der geistlichen Regierung in Bamberg: Pfarrer Winckelmann wolle die althergebrachte Wallfahrt nach Vierzehnheiligen verdrängen. Durch sein Verhalten gebe er jedoch die Heiligenverehrung bei den Protestanten der Lächerlichkeit preis. Die Gemälde müssten daher beseitigt werden. Doch in Bamberg sah man die Entwicklung gelassen: Man könne nit befinden, warumben sich iemand ob solchen Gemähl etwas zu beschweren habe. So blieben die Heiligenbilder bis heute erhalten.

Der Versuch aus St. Adelgundis einen Wallfahrtsort zu machen, war auf Dauer nur mäßig erfolgreich. Im späten 17. Jahrhundert unternahmen lediglich die Pfarreien Scheßlitz, Zapfendorf und Uetzing Gemeindewallfahrten auf den Staffelberg. 1716 sprach der Staffelsteiner Pfarrer von einem großen confluxus der benachbahrten Pfarreyen am Patronatsfest (30. Januar) und zur Kirchweih. Ferner kämen das Jahr hindurch Wallfahrer aus Fulda, Geldersheim, Burkardroth, Hammelburg und anderen weitentlegenen Orthen.

Einen eher für den Nahraum bedeutsamen Wallfahrtsort stellte die evangelische Kirche in Hetzelsdorf dar. In dieser Kirche stand ein spätgotischer Marienaltar, der Katholiken aus benachbarten Orten anzog. Dieses erst im 19. Jahrhundert nachzuweisende Phänomen ist nicht singulär. Ähnliches ist an mehreren evangelischen Orten Frankens zu beobachten. Der Zustrom katholischer Gläubiger wurde zwiespältig aufgenommen: Einerseits verurteilten die lutherische Geistlichkeit solche Verehrung, andererseits sahen die Gotteshauspfleger die anfallenden Spenden im Opferstock durchaus gerne und viele Gemeindeglieder sahen in der hier verehrten Maria eine Beschützerin der Fluren. Deshalb erregte es den Zorn vieler Hetzelsdorfer, als ihr Pfarrer den Altar um die Mitte des 19. Jahrhunderts an die katholische Kuratie Unterweilersbach verkaufen wollte. Ein erster Versuch des Abtransports scheiterte. Erst auf Geheiß der zuständigen Staatsbehörden gelang die Überführung in die katholische Kirche von Unterweilersbach.

Wallfahrtsseelsorge

Abb. 6: Titelblatt des Vierzehnheiligener Wallfahrtsbuches „Franckenthalischer Lustgart“, verfasst von Abt Mauritius Knaur, erschienen 1653 in Würzburg.
Abb. 6: Titelblatt des Vierzehnheiligener Wallfahrtsbuches „Franckenthalischer Lustgart“, verfasst von Abt Mauritius Knaur, erschienen 1653 in Würzburg. (Quelle: Staatsbibliothek Bamberg RB.H.e.o. 33, Foto: Alfons Steber)

Die stark frequentierten Wallfahrtsorte mussten Vorsorge für den Ansturm der auswärtigen Gläubigen tragen. Denn diese wollten während ihrer Anwesenheit beichten und die Kommunion empfangen.

Für Vierzehnheiligen stellte das Zisterzienserkloster Langheim im 17. und 18. Jahrhundert zwei Mönche ab, einer von ihnen war als Propst der eigentliche Wallfahrtsseelsorger (Abb. 6). Weitere Mönche ritten mehrmals pro Woche dorthin, um Messen zu lesen. Bei Bedarf konnten ausreichend viele Mönche aus dem kaum 4 km entfernten Kloster berufen werden.

Dieser Zustand endete 1803, als im Zug der Säkularisation die Zisterzienserabtei Langheim aufgehoben wurde. 1806 siedelten zwangsweise die Bamberger Dominikaner nach Vierzehnheiligen über und übernahmen die geistliche Fürsorge für die Pilger. Jedoch waren dem Kloster Neuaufnahmen untersagt, so dass es überalterte und schließlich ausstarb. 1828 bestimmte König Ludwig I. von Bayern, Franziskaner sollten die Wallfahrtsseelsorge übernehmen. Vorerst aber betreuten ehemalige Zisterzienser aus Langheim die Wallfahrer, ab 1837 vorübergehend Weltpriester. Erst 1839 trafen drei Franziskaner in Vierzehnheiligen ein. 1862 lebten im Hospiz Vierzehnheiligen vier Patres und sieben Fratres. Zum Kloster wurde die Niederlassung 1908 erhoben.

War Vierzehnheiligen eine bloße Wallfahrtskirche, so handelte es sich in Gößweinstein um eine Pfarrkirche. In den Jahreszeiten, in denen nur einzelne auswärtige Gläubige erschienen, waren der Pfarrer und sein Kaplan wohl ausreichend. Aber Wallfahrten kamen nicht gleichmäßig über das Jahr. Eine Nürnberger Quelle nennt um 1700 den zeitlichen Schwerpunkt der Wallfahrten: Gösweinstein […] hat jährlich zwar viel Wallfarthen, aber sonderlich ist die gröste an den Fest der Heil. Dreyfaltigkeit, da der confluxus von Frembden am größten ist: Es fangen die Wahlfahrthen zwar im Frühling an, jedoch kommen die meisten Frembden und Wallfahrter erst am Fest der H. Dreyfaltigkeit und an der Kirchwey, welche vor dem Fest Michaelis ist.

In solchen Phasen, zumal um den Dreifaltigkeitssonntag, waren Pfarrer und Kaplan durch den Ansturm überfordert. Ab etwa 1650 lassen sich in den Kirchenrechnungen Dominikaner, Franziskaner, Kapuziner und Jesuiten aus Bamberg nachweisen, die in der Seelsorge aushalfen. 1724 berichtete Pfarrer Johann Eberhard Dippold nach Bamberg, es sei von vielen Jahren hero üblich gewesen, dass aus jedem Kloster in der Stadt Bamberg ein Pater und ein Bruder am Dreifaltigkeitsfest nach Gößweinstein kämen, dabei hätten die Patres Beichte gehört, die Brüder hingegen bei denen Altären gedienet. Die erheblichen Ausgaben für die Ordensgeistlichen und für die Pfarrer, die Wallfahrten begleiteten, waren der geistlichen Regierung in Bamberg bei der Revision der Gößweinsteiner Kirchenrechnungen ein Dorn im Auge. 1691 begegnete der Pfarrer entsprechenden Vorhalten mit dem Argument, bei einer Kürzung oder gar einem Wegfall der Zahlungen würden die Patres sich beschweren […], 3 Täg lang im Beichtstuhl zu sizen, die benachtbarte Pfarrer auch mit ihrer Procession ausenbleiben undt dardurch die Andacht verhindert undt des Gottshaus Nuzen an Opfer geschwechet. Wie groß die Zahl der Geistlichen war, die am Dreifaltigkeitsfest in Gößweinstein zusammentraf, zeigt eine Notiz in der Kirchenrechnung von 1685: Damals wurden 32 Welt- und Ordensgeistliche im Pfarrhof bewirtet.

Um über das Jahr hinweg eine dauerhafte Wallfahrtsseelsorge sicherzustellen, wirkte seit 1684 ein zweiter Kaplan in Gößweinstein. Doch erst die Berufung der Kapuziner gewährleistete eine intensive Betreuung der fremden Gläubigen. 1723 stiftete Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn aus Privatmitteln ein Kloster des Kapuzinerordens nach Gößweinstein zur größeren Aufnahme der zur Wallfahrt der heiligen Dreifaltigkeit […] christlöblich florierenden Andacht. Am 2. Mai 1724 bezogen die beiden ersten Kapuziner das neuerrichtete Klostergebäude.

1828 übergab König Ludwig I. von Bayern das Kloster dem Franziskanerorden. In seinem Edikt heißt es: Das bisherige Kapuzinerkloster soll in ein Franziskanerhospitium umgewandelt, von den Franziskanern jedoch erst dann in Besitz genommen werden, wenn die zur Zeit noch daselbst befindlichen Kapuziner ihres Alters und ihrer verminderten Anzahl wegen nicht mehr im Stande sind, die Wallfahrt zu versehen. Dieser Zeitpunkt war 1830 erreicht, als nur noch ein 60-jähriger Pater im Kloster lebte. Nun zogen die Franziskaner auf.

Bis heute sind Franziskaner sowohl in Vierzehnheiligen als auch in Gößweinstein für die Wallfahrtsseelsorge verantwortlich. Dabei gehört das Gößweinsteiner Kloster seit 2006 zur Breslauer Ordensprovinz.

Wirtschaftliche Aspekte der Wallfahrt

Hatten die Wallfahrer ihr Ziel erreicht, waren sie zu beherbergen und zu verpflegen, was besonders bei den Gemeindewallfahrten ein erhebliches Problem darstellte. Die sogenannte Frankenwallfahrt, der Zusammenschluss mehrerer würzburgischen Pfarreien, die gemeinsam nach Gößweinstein zogen, umfasste um die Mitte des 18. Jahrhunderts mehrere tausend Personen.

Überdies brauchten die Menschen am Gnadenort Kerzen, um sie vor dem Gnadenbild zu entzünden, oder wachsene Votive, um sie dort niederzulegen. Ferner wollten die Wallfahrer etwas mit nach Hause bringen. Manche kauften Wallfahrtsbücher, die Heiligenlegenden, die Geschichte der Wallfahrt und Mirakel, Gebete und Lieder enthielten. Aber auch profane Andenken wurden gekauft, seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert beispielsweise Ansichtskarten. Selbst Spielzeug konnte man am Gnadenort erwerben.

Die Versorgung der Wallfahrer gestaltete sich in Gößweinstein vergleichsweise einfach, denn im Marktflecken gab es Bäcker und Metzger, und die Einwohner besaßen das Braurecht, das viele auch ausübten. 1740 zählte man sieben Bäcker und neun Metzger, elf Wirte und zwei Herberger. Drei Krämer machten ihre Hauptumsätze wohl mit den Wallfahrern. Dank der hohen Bierproduktion fanden sechs Büttner ihr Auskommen. Um 1800 besaß der Ort vier sogenannte geschildete Wirtshäuser, die über das Beherbergungsrecht verfügten. Bei starkem Andrang konnten Wallfahrer gewiss ebenfalls in den übrigen 62 Anwesen unterkommen, nicht nur in den Wohnhäusern, sondern auch in den Scheunen.

Zur Zeit der stärksten Frequenz, um den Dreifaltigkeitssonntag, waren Buden in der Nähe der Kirche aufgestellt. In einer Nürnberger Quelle der Zeit um 1700 heißt es: Die Kräm werden zum ersten Mahl am Freytag vor gedachten Fest S. S. Trinitatis aufgeschlagen und bleiben biß Mon- oder Dienstag stehen. Ludwig Helldorfer (1896–1975) umriss die Bedeutung der Wallfahrt für Gößweinstein wie folgt: In der ersten Hälfte des vorigen [= 19.] Jahrhunderts war die Bevölkerung Gößweinsteins fast nur auf die Wallfahrt eingestellt. Wirte, Bäcker und Metzger machten das beste Geschäft, daneben die Zuckerwaren-, Wachswaren- und Andenkenverkäufer.

Dank seiner zahlreichen Übernachtungsbetriebe war Gößweinstein auch bestens gerüstet, als im 19. Jahrhundert der frühe Tourismus die Fränkische Schweiz erfasste. In den 1860er Jahren listete der Gößweinsteiner Verschönerungsverein die Gastronomie des Ortes auf: fünf bequem eingerichtete Gasthöfe, ferner zum Beherbergen von Fremden auf’s Beste eingerichtete 16 Wirthe und eine größere Zahl von reinlichen und freundlich gelegenen Privatlogien.

Schwieriger gestaltete sich die Unterbringung und Versorgung der Wallfahrer in der Einöde Vierzehnheiligen. Dort gab es schon wenige Jahre nach der Entstehung des Gnadenorts ein Wirtshaus, das aus dem Kloster Langheim mit Bier versorgt wurde – sehr zum Missfallen der benachbarten Städte Lichtenfels und Staffelstein. Ein zweites Wirtshaus (Goldener Stern) kam um 182040 hinzu. Im 19. Jahrhundert unterhielt jedes der beiden eine eigene Brauerei. Doch wenn große oder mehrere Prozessionen eintrafen, genügten sie nicht, um allen einen Schlafplatz zu bieten. In Vierzehnheiligen war es Usus, in der Kirche zu übernachten. Der einstige Langheimer Mönch Joachim Heinrich Jäck jedenfalls bemerkte 1827 in der Rückschau: in der höchsten Ermüdung blieben sie […] aus Mangel eines andern Obdaches auf dem steinernen Boden der Kirche und Probstei einige Stunden liegen.

Das Bezirksamt Staffelstein stellte 1889 fest, dass zahlreiche Wallfahrer beiderlei Geschlechtes bisher sich nächtlicher Weile in den Kirchenstühlen, Beichtstühlen, um u. an den Altären lagerten, schliefen u. die Kirche in der eckelhaftesten Weise verunreinigten. Die Behörde begrüßte es daher, dass der Superior des Franziskanerhospizes im April 1889 das Übernachten in der Kirche untersagte. Um sicherzustellen, dass dieses Gebot eingehalten wurde, ließ er das Gotteshaus um 21 Uhr schließen, lediglich an Tagen besonderen Zudranges zu den Beichtstühlen […] eine Stunde später. Geöffnet wird die Kirche in der Frühe, sobald das Bedürfniß erfordert, jedoch nie früher als um 2 Uhr.

Fortan waren also die Wallfahrer gehalten, in den beiden Vierzehnheiligener Wirtshäusern zu schlafen, die – sicherlich inklusive ihrer Scheunen oder Säle – bis zu 400 Menschen unterbringen konnten. Durch ein gedrucktes Rundschreiben unterrichtete der Superior die Pfarrämter der nach Vierzehnheiligen wallenden Gemeinden: In Fällen großen Zudranges […] werden die benachbarten Ortschaften Grundfeld, Wolfsdorf, Seubelsdorf diejenigen aufnehmen können, welche in Vierzehnheiligen selbst ein Unterkommen nicht finden. Freilich zeigte sich in den Folgejahren, dass die Kapazitäten der Gastwirtschaften in Vierzehnheiligen und den Dörfern ringsum an den Spitzentagen doch nicht ausreichten. Manchen Wallfahrern blieb nichts übrig, als unter freiem Himmel zu nächtigen. Abhilfe schuf erst der Bau eines Exerzitienhauses 192728. Seit 1968 nimmt das Diözesanhaus auch größere Wallfahrergruppen auf.

Abb. 7: Die verbliebene Budenreihe mit Devotionalienverkauf neben der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen
Abb. 7: Die verbliebene Budenreihe mit Devotionalienverkauf neben der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen (Foto: Herbert Popp)

Um Votivgaben, aber auch Lebensmittel und Andenken zu verkaufen, stellten Anbieter aus verschiedenen Orten der Umgebung in der Wallfahrtssaison Buden auf. Als der in Coburg lebende Schriftsteller Gustav von Heeringen (1800–1851) Ende der 1830er Jahre nach Vierzehnheiligen kam, bot sich ihm folgender Anblick: Der Vorplatz […] ist mit dichtem Volksgedränge bedeckt. Buden sind errichtet, ein Markt von Wachskerzen und in Wachs geformten Gliedmaßen aller Art, als Opfer für die Heiligen, von Rosenkränzen, Heiligenbildern, Votivtafeln, Lebkuchen […] wird gehalten, Wagen von Stadtgästen aus Bamberg, Coburg, Lichtenfels u.s.w. sind aufgefahren. Bettler in Schaaren lagern an den Wegen […] oder belästigen den anständig gekleideten Fremden, und dazwischen kommen die Prozessionen der Waller und Landleute […] heraufgezogen.

1845 erfasste das Landgericht Lichtenfels 34 Buden in Vierzehnheiligen, in denen Buchbinder und Wachszieher ihre Ware feilboten, Bilder und Rosenkränze, Zuckerwaren und künstliche Blumen verkauft wurden. 1870 gab es 36 Stände, von denen fast die Hälfte (17) Staffelsteinern gehörten, neun Lichtenfelsern, fünf Wolfsdorfern. In sieben Ständen wurden Wachsartikel angeboten, in fünf Buden Bücher und Rosenkränze, ein Stand gehörte einem Zinngießer, in 22 Verkaufsstellen gab es Galanteriewaren, also in erster Linie Andenken aller Art, Süßigkeiten und Kinderspielzeug.

Zu den genannten Ständen kamen – nachweisbar seit den 1860er Jahren, aber wahrscheinlich schon viel früher – Bäcker. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert boten in Vierzehnheiligen an den wichtigsten Wallfahrtstagen rund 15 Bäcker Brot an, die meisten davon aus Staffelstein, dazu versorgten sechs Obsthändler die Wallfahrer und Touristen.

Im Vorfeld des hundertjährigen Weihejubiläums im Jahr 1872 ordnete die Kirchenstiftung den Verkauf neu. Man ersetzte die alten Einzelbuden durch zwei neue Budenreihen in Arkadenform. Nunmehr gab es nur noch 22 Verkaufsstellen. Erfreut veröffentlichte ein Jubiläumsgast seine Eindrücke in einer Ingolstadter Zeitung: daß nämlich jene abscheulichen Buden, welche ganz nahe an der Kirche für Wachsverkäufer, Bilderhändler angebracht waren, jetzt entfernt sind von der Kirche und in schönen neuen Läden (die Wachsverkäufer auf der nördlichen, die Rosenkränze- und Bilderhändler auf der Südseite) für das Bedürfniß der Wallfahrer gesorgt wird. Eine Budenreihe ist bis heute erhalten, die andere, die jenseits der Kirche stand, wurde 1962 beseitigt.

Geistliche Spuren in der Landschaft

Sowohl die beiden mächtigen Türme der Gößweinsteiner Kirche als auch die hoch aufragende Fassade von Vierzehnheiligen waren weithin sichtbar (Abb. 8 und 9). Die Wallfahrer sahen ihr Ziel lange, bevor sie es erreichten. Vierzehnheiligen ist aus 25 km Entfernung von den Höhen der Hassberge auszumachen.

Abb. 8: Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen
Abb. 8: Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen (Foto: Herbert Popp)
Abb. 9: Wallfahrts- und Pfarrkirche Gößweinstein
Abb. 9: Wallfahrts- und Pfarrkirche Gößweinstein (Foto: Herbert Popp)

Die Wallfahrtswege waren nur im unmittelbaren Umgriff der Wallfahrtsstätte markiert. Von Langheim geleiteten seit 1690 sieben steinerne Kreuzwegstationen die Menschen nach Vierzehnheiligen und auch aus Lichtenfels führte ein 1714 derart markierter Weg dorthin (Abb. 10).

Abb. 10: Kreuzstation zwischen Lichtenfels und Vierzehnheiligen
Abb. 10: Kreuzstation zwischen Lichtenfels und Vierzehnheiligen (Foto: Günter Dippold)

Doch auch in größerer Distanz finden sich Spuren der Wallfahrtsorte. Zahllose fränkische Martern des späten 17. und des 18. Jahrhunderts weisen im Aufsatz eine Darstellung der Marienkrönung bzw. der Dreifaltigkeit auf, im Landkreis Kronach z. B. auf mehr als der Hälfte aller Martern – und das, obwohl bei vielen dieser religiösen Male die Bildfelder der Laterne leer sind. Zwar lässt sich in der Regel nicht mit Sicherheit feststellen, ob sich die einzelne Darstellung auf Gößweinstein bezog, aber sicherlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Motivs und der Beliebtheit des Wallfahrtsorts in der Fränkischen Schweiz.

Eindeutig lässt sich die große Ausstrahlung von Vierzehnheiligen fassen, denn die Darstellung der dritten Erscheinung, des Kinderkranzes, weist zweifelsfrei auf Frankenthal/Vierzehnheiligen hin. Allein im Landkreis Kronach findet sie sich an 23 Martern.

Wallfahrtsverbote

Ihre große Blüte erlebten die beschriebenen Gnadenorte nach der Mitte des 18. Jahrhunderts. Doch die geistlichen Obrigkeiten zeigten zunehmend Skepsis, was die Authentizität der gemeldeten Mirakel anging. Eine aufkeimende Wallfahrt zu einem marianischen Gnadenbild, das in einem Bildstock auf einer Anhöhe bei Lichtenfels stand, 3 km von Vierzehnheiligen entfernt, wurde durch die geistliche Regierung in Bamberg unterdrückt. Das Gnadenbild wurde 1748 in die örtliche Pfarrkirche überführt – wo es allerdings weiterhin für einige Jahrzehnte auswärtige Gläubige anzog –, die 1747 errichtete Holzkapelle abgebrochen.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts häufte sich in der Publizistik die Kritik am Wallfahrtswesen. Der Tod einer jungen Frau aus Volkach auf der Wallfahrt nach Gößweinstein bot einem Schweinfurter Journal die Gelegenheit, 1795 einen Appell an die Geistlichen zu richten: Ihr Lehrer des Volks! die ihr mit unbegreiflichem Leichtsinn zusehet, wie eure guten, dummen Schäflein, gepeitscht von Aberglauben und einem unruhigen Gewissen, in der Welt herum irren; um die Gnade des Himmels zu finden, und dabey an Geist und Körper zu Grunde gehen, nehmt bey diesem und andern tragischen Vorfällen Anlaß, eure Anbefohlnen von der verderblichen Seelenkrankheit, dem Walllaufen, zu heilen.

Vernachlässigung der häuslichen Arbeit, Geldverschwendung, unsittliches Treiben, gesundheitliche Gefahren – all das, was schon seit längerem zuweilen als unliebsame Begleiterscheinung beklagt, um des geistlichen Nutzens einer Wallfahrt willen aber in Kauf genommen worden war, trat nun in den Mittelpunkt der Wahrnehmung. Solche Gefahren für Leib und Seele könnten vermieden werden, wenn die Leute zu Hause blieben, betonten katholische Theologen in den Bistümern Bamberg und Würzburg.

Die Kritik mündete erst in Verbote, als das Hochstift Bamberg im Herbst 1802 dem Kurfürstentum Bayern eingegliedert worden war.

Am 21. April 1803 verbot das Vikariat Bamberg Gemeindewallfahrten strikt, da durch sie in moralischen Hinsichten oft mehr Nachtheiliges als Gutes gestiftet und das Volk von der guten Bestellung der Hauswirthschaft oder anderer Berufsgeschäfte abgehalten werde. Ab 1804 gestattete die kurfürstlich-bayerische Landesdirektion Bamberg nur noch an fünf einzelnen Tagen im Jahr längstens halbtägige Prozessionen zu auswärtigen Kirchen. Nur vereinzelt kam es zu Widerstandshandlungen. Allerdings beklagte 1805 eine Zeitschrift, es hätten sich zu Wallfahrten z. B. nach Gößweinstein starke Haufen [gesammelt]; sie hatten ein Bild bey sich, oder auch Standarten, und dergleichen feyerliche Zeichen. Überdies hielt das Verbot nur Gemeinden, nicht aber einzelne Wallfahrer ab.

Nur ausnahmsweise wurden im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts Gemeindewallfahrten genehmigt. Grundsätzlich wieder zugelassen wurden sie nach dem Regierungsantritt König Ludwigs I. von Bayern (1825).

Neue Verkehrswege und Verkehrsmittel

Die Wallfahrt bedeutete häufig einen mehrtägigen Fußweg. Wer an der Rhöner Wallfahrt nach Vierzehnheiligen teilnahm, war acht Tage von zu Hause abwesend, bei der Eichsfelder Wallfahrt dorthin waren es zwölf bis 14 Tage. Selbst innerhalb des Hochstifts Bamberg war ein zweitägiger Weg zum Gnadenort nicht selten. Öfters erkrankten auf der Wallfahrt Teilnehmer von wegen vielen bergen und thällern, auch steinigen weegen, wie es 1750 in einer Kronacher Quelle heißt. Daher führten Gemeindewallfahrten, sofern es zu finanzieren war, einen Marodewagen mit, ein von mehreren Pferden gezogenes Fuhrwerk. Mit ihm wurden Erkrankte zur nächsten Stadt transportiert und Ermattete konnten ein Stück mitfahren, wenn sie dafür zahlten oder, falls das Geld fehlte, einen Rosenkranz beteten.

Die Eisenbahn veränderte das Verhalten der Einzel- wie der Gruppenwallfahrer: Aus einem mehrtägigen Marsch wurde eine Fahrt mit dem Zug, der eine Heimkehr noch am selben Tag ermöglichte oder die Abwesenheit auf wenige Tage reduzierte.

Seit 1846 verlief unterhalb von Vierzehnheiligen die Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Wallfahrer konnten in Staffelstein oder Lichtenfels aussteigen und erreichten den Gnadenort von dort in wenigen Stunden. Erst Jahrzehnte später wurde die Fränkische Schweiz durch die Eisenbahn erschlossen. Von Forchheim führte ab 1891 eine Nebenbahn nach Ebermannstadt, die 1922 bis Muggendorf weitergeführt wurde, 1927 bis Stempfersmühle, 1930 bis Behringersmühle zu Füßen von Gößweinstein.

Die Wallfahrer nutzten den regulären Bahnverkehr, aber sie bestellten sich auch Sonderzüge. So berichtete eine Lichtenfelser Zeitung im August 1898, ein Extrazug habe ca. 600 Wallfahrer von Bamberg, Breitengüßbach und Umgegend nach Staffelstein [gebracht], von wo aus dieselben nach der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen pilgerten und erst spät Nachmittags wieder zurückkehrten. Aus dem Jahr 1927 wird berichtet, wie ein Wallfahrerzug aus dem Eichsfeld 1900 Menschen, unterwegs singend und betend, nach Vierzehnheiligen brachte.

Abb. 11: Heute gehört zu jeder Wallfahrtsgruppe auch ein Lautsprecher, über den die Gebete und Lieder akustisch verstärkt werden.
Abb. 11: Heute gehört zu jeder Wallfahrtsgruppe auch ein Lautsprecher, über den die Gebete und Lieder akustisch verstärkt werden. (Foto: Herbert Popp)
Abb. 12: Die Ordner und Helfer einer Wallfahrtsgruppe tragen mitunter sehr originelle „Uniformen“: hier ein T-Shirt mit dem Aufdruck des Events.
Abb. 12: Die Ordner und Helfer einer Wallfahrtsgruppe tragen mitunter sehr originelle „Uniformen“: hier ein T-Shirt mit dem Aufdruck des Events. (Foto: Herbert Popp)

Doch nicht alle Gemeinden entschieden sich für die Bahn. Scheßlitz nutzte sie für ihre Wallfahrt nach Gößweinstein vom Jahr 1908 an, als die Stadt ans Bahnnetz angeschlossen wurde. Hingegen blieben die Orte im oberen Maintal, die längst die Möglichkeit hatten, beim Fußmarsch. 1910 und 1911 gab es in Staffelstein zwar Stimmen, für Lichtenfels, Staffelstein und Ebensfeld […] einen Extrazug zu bestellen, er sollte die Wallfahrer aus den drei Ortschaften nach Pretzfeld bringen, von wo es nur noch 8 km zum Gnadenort gewesen wären. Man erspare sich den mühe- und beschwerdevollen Weg über das Gebirg, hieß es in einer Staffelsteiner Tageszeitung. Es ist dieses gewiß mit vielen Freuden zu begrüßen, wenn man berechnet, daß dadurch zwei Tage erspart würden. Die Wallfahrt könnte […] Samstag morgens 5 Uhr hier weg und wäre Sonntag abends 7 Uhr 30 wieder hier und trotzdem bedeutend länger am Gnadenorte oben als zu Fuß in vier Tagen. Dennoch behielten die Städte Lichtenfels und Staffelstein die Praxis der Fußwallfahrt bei. Wohl seit den 1930er Jahren wurden Autobusse eingesetzt, um Wallfahrer zum Gnadenort zu bringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg häufte sich die Nutzung dieses Verkehrsmittels. Für dieses „Wall-Fahren“ sprachen die Gefährdung der Fußwallfahrten durch den immer stärkeren Straßenverkehr, die Zeitersparnis und der Umstand, dass der Bus auch Älteren oder Kranken die Teilnahme ermöglichte. Freilich erhoben sich auch schon in den 1950er und 60er Jahren Gegenstimmen: Eine Bus-Wallfahrt werde – so ein Zitat aus Unterfranken – niemals jene Tiefe des religiösen Erlebnisses […] zeitigen […], wie es die Fußwallfahrt vermochte. Gleichwohl nahmen die Bus-Wallfahrten zu. In den 1960er Jahren waren unter den 143 Prozessionen, die nach Gößweinstein kamen, nur noch 85 Fußwallfahrten.

In den 1980er Jahren setzte die Renaissance der Fußwallfahrt ein. 1987 zählte man in Gößweinstein wieder 133 Fuß-, nur noch 37 reine Buswallfahrten. Zwar verzichtete man dort nur selten ganz auf den Bus, wo er einmal eingeführt war, schon aus Rücksicht auf diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen einem Marsch nicht gewachsen wären, aber oft machten sich Teile der Gemeinden wieder zu Fuß auf den Weg. Eine 1997 erstellte Übersicht verzeichnet 142 regelmäßige Prozessionen pro Jahr nach Gößweinstein, darunter 57 reine Fußwallfahrten (40 %), 58 kombinierte Fuß- und Buswallfahrten (41 %) und 27 ausschließliche Buswallfahrten (19 %).


Empfohlene Zitierweise

Günter Dippold: “Wallfahrtsorte in der Fränkischen Schweiz” in Landschaften in Deutschland Online.
URL: http://landschaften-in-deutschland.de/themen/81_b_130-wallfahrten/, Stand 19.09.2019

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Bildnachweise

  • Titelbild: Wallfahrtsgruppe aus Effeltrich in Gößweinstein (Foto: Herbert Popp)
  • Vorschaubild: Eine Wallfahrtsgruppe aus Effeltrich kurz vor Erreichen der Basilika von Gößweinstein (1. Juni 2019) (Foto: Herbert Popp)